Archiv für Juli 2012

KffB wird faktisch verboten

Wie jetzt bekannt wurde, wurde dem Komitee für freie Bildung Dortmund am 12.6.2012 der Status “AG der Studierendenschaft der TU Dortmund” ohne weitere Begründung aberkannt. Das Studierendenparlament der TU Dortmund strich mit dieser Entscheidung der AG sämtliche Finanzmittel und den Anspruch auf die Nutzung der Räumlichkeiten der Studierendenschaft. Die AG steht nun vor einem erheblichem Finanzierungsproblem. Es ist nicht zu erwarten, dass die bisher geplanten Veranstaltungen in ihrer angedachten Form stattfinden können. “Das ist ein faktisches Verbot unserer AG. Im Moment sieht es nicht so aus, als könnten wir unsere kommende Veranstaltung am 4. Juli zum Thema Indect finanzieren.” befürchtet Finn Siebert vom Komitee für freie Bildung.

Das Komitee für freie Bildung engagiert sich seit 6 Jahren auf dem Campus Dortmund für eine barrierefreie und selbstbestimmte Bildung. So arbeitete die AG erfolgreich gegen Studiengebühren und konnte in der Hochschulpolitik nicht nur regional wichtige Akzente setzen. Ein fester
Bestandteil der politischen Arbeit sind schon immer inhaltliche Veranstaltungen und politische Aktionen zum Themenbereich Bildung gewesen. Die AG organisiert nicht nur Vorträge und Diskussion zu Themen wie globales Lernen, Einfluss der Wirtschaft auf die Hochschulen und Datenschutz sondern unterstützt auch immer wieder Demonstrationen von gesellschaftlicher Bedeutung, so auch den Bildungsstreik 2009 und Anti-ACTA 2012.
Zuletzt wurden im Mai und Juni erfolgreiche Veranstaltungen zum Thema Datenschutz durchgeführt. “Die Veranstaltungen waren gut Besucht und wir haben ein positives Feedback von vielen Studierenden erhalten. Darum ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum dieses Angebot für die Studierenden grundlos gestrichen werden soll.”

Die Entscheidung kam für die Engagierten sehr überraschend. “Uns wurde gar nicht mitgeteilt, dass über das Komitee für freie Bildung diskutiert werden sollte. Uns wurde keine Gelegenheit zur Stellungnahme und Gegenargumentation geboten.” beschreibt Siebert die Situation. “Lediglich ein einzelnes Mitglied des Studierendenparlaments hat vor der Sitzung nach einem Arbeitsbericht gefragt. Dieser Bitte sind wir netter weise am 03. Juni nachgekommen. Darum können wir es nur als eine dreiste Lüge bezeichnen, dass im Protokoll der Sitzung vermerkt ist, dass wir den Bericht nicht geschickt haben.” (Arbeitsbericht am Ende des Artikels)

Das Komitee für freie Bildung geht davon aus, dass der Grund für die Entscheidung ein politischer ist. Vor etwa einem Monat trugen konservative Listen den Sieg bei den Wahlen zum Studierendenparlament davon. “Der neuen konservativen Mehrheit im Studierendenparlament hat einfach unsere kritische politische Arbeit nicht gefallen.” erklärt Siebert die Position des Komitees.

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