Veranstaltungsreihe: Datenschutz und Überwachung

Überall im Internet werden persönliche Daten gesammelt. Die Daten werden gespeichert, ausgewertet und vermarktet. Doch es werden nicht nur formalisierte persönliche Daten erfasst, sondern durch flächendeckende Überwachungsmaßnahmen auch immer mehr das Leben an sich. Die Folge ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Auch freie Bildung ist dann natürlich nicht mehr möglich.

Vortrag & Workshop: Einrichten von sicheren PCs und anonyme Kommunikation im Internet
| 10. Mai – 19 Uhr – Langer August (Braunschweigerstr. 22, Dortmund) |

Soziale Netzwerke
| 06. Juni – 19 Uhr – Taranta Babu (Humboltstraße 44, Dortmund) |

Projekt „Indect“: Totale Überwachung im Auftrag der EU
| 04. Juli – 19 Uhr – Taranta Babu (Humboltstraße 44, Dortmund) |

Die persönlichen Daten als Ware – Überall im Internet werden persönliche Daten gesammelt. Sei es nun bei dem Besuchen von “normalen” Internetseiten wie Google oder durch das unbedachte Angeben von Daten wie z.B. bei Facebook. Viele der Daten werden ohne explizite bzw. bewusste Zustimmung erhoben und verarbeitet. Oft werden die persönlichen Daten aber auch bewusst preisgegeben, weil sie zwangsweise zur Benutzung verschiedener Dienstleistung verlangt werden (z.B. web.de).
Die Daten werden dabei nicht nur gespeichert und ausgewertet. Vielmehr geschieht dies zum Zweck der Vermarktung. Die so erhobenen Daten werden zur Ware transformiert und dienen als solche dem Erwirtschaften von Gewinn. Diese Ware steht auf dem Markt frei zum Verkauf und kann so auch nicht nur von ökonomischen Interessensparteien erworben werden, sondern auch von politischen, wie staatlichen Institutionen (z.B. Verfassungsschutz & Finanzamt) und organisierten politischen Gruppen. Das bedeutet, dass die betroffene Person selber keinerlei Kontrolle mehr über die Verwendung ihrer Daten besitzt.

Überwachung als Machtinstrument – Es werden nicht nur formalisierte persönliche Daten erfasst, sondern auch immer mehr das Leben an sich (z.B. Verhaltensweisen, Tagesabläufe, soziale Kontakte, Interessen, Politische Meinung). Zu diesem Zweck werden flächendeckende Überwachungsmaßnahmen vorangetrieben (z.B. Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung, Indect, digitale Identifikationskarten und zentrale Datenbanken). Neben Unternehmen, die mit Informationen handeln, hat vor allem der Staat Interesse an einer detaillierten und umfassenden Überwachung. Dies zeigt das verstärkte Engagement staatlicher Institutionen in diesem Bereich.
Dies hat weitreichende Folgen. Durch das so geschaffene Bewusstsein des Überwachtwerdens wird das Verhalten der einzelnen Person beeinflusst. Die Überwachung durch den Staat stellt eine psychische Repressionsmaßnahme dar. Menschen beginnen sich angepasst zu verhalten und entwickeln Hemmungen ihre Meinung frei zu äußern, weil im Zweifelsfall mit einer Sanktionierung durch staatliche Institutionen gerechnet wird. So werden neben “illegalen Handlungen” auch versucht Handlungen zu vermeiden, die möglicherweise die Aufmerksamkeit der Überwachenden auf sich ziehen könnten. Meinungsfreiheit gibt es dann nicht mehr.

Die Bedeutung von Überwachung für freie Bildung – Sobald Meinungsfreiheit nicht mehr existent ist – und das ist sie nicht, wenn sie durch Überwachung beschnitten wird – ist freie Bildung nicht mehr möglich. Eine indirekte Zensur der Wissensvermittlung durch unterdrückte Diskussionen und Meinungsäußerungen steht dem Ideal einer freien Bildung grundsätzlich entgegen.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.


1 Antwort auf „Veranstaltungsreihe: Datenschutz und Überwachung“


  1. 1 Veranstaltung – Soziale Netzwerke « Komitee für freie Bildung Pingback am 06. Juni 2012 um 10:17 Uhr
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