Uni überfüllt – AStA und Hochschulleitung Seite an Seite gegen studentischen Protest

Dieses Semester sind, wie in ganz NRW, auch in Dortmund die meisten Veranstaltungen für Studienanfänger_innen vollkommen überlastet. Studierende müssen auf den Treppen und Böden sitzen um dem_der Dozenten_in zu folgen oder werden von ihrer Veranstaltung ausgeschlossen, weil sie nur noch vor der Hörsaaltür Platz finden. Insgesamt haben sich dieses Semester laut Rektorin Gather 45 Prozent mehr Studienanfänger_innen an der TU Dortmund eingeschrieben.

Der Unmut bei den Studierenden ist groß. Selbst vor dem Rektorat gab es schon Sitzblockaden und Protest. Dies will die Hochschulleitung allerdings nicht wahrhaben und erklärte gegenüber der Presse, dass es zu keinerlei Protest seitens der Studierenden käme. Die in der Presse verbreitete Behauptung, die Hochschule wäre auf die bestehende Situation
vorbereitet, weiß das Komitee für freie Bildung Dortmund zu widerlegen. „Das Rektorat behauptet, es wäre auf die aktuelle katastrophale Überbelastung vorbereitet. Uns liegen – noch hoschulinterne – Informationen vor, dass dies keinesfalls so ist. Die Hochschule wusste zwar Bescheid, allerdings wurden Maßnahmen gegen diesen Ausnahmezustand bewusst abgelehnt.“ erklärt Kathrin Schönebeck vom Komitee für freie Bildung.

Der AStA der TU Dortmund hingegen nimmt den Protest und Unmut der Studierenden bewusst war und verurteilt ihn. In einer Presseerklärung spricht er den Studierenden die Fähigkeit zur Selbstbestimmung ab und behauptet ein Professor hätte sie instrumentalisiert. Das Komitee für freie Bildung Dortmund kritisiert das Verhalten von AStA und Hochschulleitung und solidarisiert sich mit protestierenden Studierenden und Dozent_innen. „Sowohl AStA als auch Hochschulleitung behaupten es wäre bereits eine Lösung für die bestehenden Kapazitätsprobleme gefunden worden. Doch im Studienalltag zeigt sich, dass dies bloß leer Worte sind.“ sagt Schönebeck. „Anstelle die Interessen der Studierenden gegenüber dem Rektorat zu vertreten, stellt sich dieser schützend davor und arbeitet politisch gegen den studentischen Protest an.“ beschwert sich Schönebeck weiter.

Das Komitee für freie Bildung veranstaltet wegen der aktuellen Situation an der TU Dortmund eine Diskussionsveranstaltung um Studierenden Raum für einen Austausch und Organisation von Protest anzubieten. Diese wird am 8.11.2011 um 18 Uhr im AStA-Seminarraum (Raumnr. 0436) im Gebäude Emil-Figge-Straße 50 der TU Dortmund stattfinden.