Wenn das Fass langsam überläuft…

Es ist soweit. Allen Protesten, Öffentlichkeitsarbeit und Gesprächen zum Trotz ist es gekommen wie es kommen musste. Das neue Semester beginnt und der Anstieg von Erstsemester_innen ist riesig. Die Hochschulen sind komplett überlastet und die Studierenden stehen vor überfüllten Hörsälen und Seminarräumen. Dieser Kapazitätsmangel besteht schon seit Jahren und hat sich durch die Doppeljahrgänge noch einmal unübersehbar verschlimmert.

Die TU Dortmund nimmt diese Situation bewusst in Kauf. Noch im letzten Jahr verkündete die Rektorin lauthals „Alle sind versorgt“, doch es wurden keine neuen Räumlichkeiten geschaffen. Zu allem Überfluss fallen noch drei komplette Studiengänge weg, weil die Uni-Leitung es verschlampte, diese zu reakkreditieren. Doch liegt das Problem nicht nur bei den Hochschulleitungen und -verwaltungen. Genauso stark ist die Landesregierung zu kritisieren, die sich – der Kapazitätsprobleme bewusst – für eine unzureichende Finanzierung der Hochschulen entschieden hat. So setzt die Rot-Grüne Minderheitsregierung finanziell den Weg ihrer Vorgänger_innen fort.

Die ohnehin prekären Bedingungen werden weiter verschärft. Dies lässt unser Studium und unsere Selbstentfaltung als Student_innen nicht unangetastet. Sprechstunden werden in vielen Fachbereichen per Abwinkverfahren gehandhabt, da sie hoffnungslos überfüllt sind. Hausarbeiten und andere Leistungen werden nicht hinreichend reflektiert. Die Zahl der Seminare und Vorlesungen, in denen Rückfragen und Diskussionsbeiträge nicht ausreichend berücksichtigt werden können, steigt an. Der Platzmangel heizt den Konkurrenzkampf zwischen den Studis an, die sich um freie Seminarplätze ‚prügeln‘ müssen.

2013, wenn der Doppeljahrgang die Schulen in NRW verlässt, droht das Ganze noch katastrophaler zu werden.
Jetzt ist es an uns, den Studierenden, sich zu beschweren, auf die Straße zu gehen und Protest zu organisieren. Sei es in Form von Demonstrationen oder Klagen – fällt dir noch etwas ein?

Wenn du uns von deiner konkreten Situation berichten möchtest, schreib uns bitte eine Mail an Info (ät) KffB-Dortmund.de.

Am 8.11. veranstalten wir eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Quo Vadis? Wenn ich wenigstens Platz zum Gehen hätte?“ um 18 Uhr im AStA-Seminarraum. Dort möchten wir Raum zum Austausch geben und schauen, ob wir gemeinsam einen Lösungsweg erarbeiten können.

Am 17.11.2011 findet zudem der Bundesweite Bildungsstreik statt. Auch in Dortmund wird es eine Demo geben. Dort kannst du deinen Unmut auf die Straße tragen und für die Problematik Öffentlichkeit schaffen.

| 08.11.2011 – 18 Uhr – AStA Seminarraum EF50 |

Die Veranstaltenden behalten sich vor Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.