Archiv für Januar 2011

Veranstaltungsreihe über Wirtschaft und Leistungsdruck im Bildungssystem

Ab dem 01.02.2011 organisiert das Komitee für freie Bildung eine Veranstaltungsreihe zu Wirtschaft und Leistungsdruck im Bildungssystem.

01.02. 16:30: Wessen Uni? – Über den Einfluss von Mensch und Wirtschaft auf die Universität.
02.02. 16:00: Leistungsdruck und Belastungen im Studium
Alle Veranstaltungen finden im AStA-Seminarraum (EF 50) statt.
Es wird einen kleinen veganen Imbiss geben.

Wirtschaft und Uni (01.02)
Habt ihr euch nicht auch schon gefragt, warum die Mensa von O2 Werbung verdunkelt wurde? Oder in jedem großen Gebäude massig Werbung zu finden ist? Überall auf dem Campus laufen Vertreter_innen rum und versuchen euch was zu verkaufen oder für fragwürdige Jobs anzuwerben.

Wusstet ihr schon, dass unsere Uni seit 2007 von Vertreter_innen der Wirtschaft gelenkt wird und nicht mehr von einem aus der Uni demokratisch legitimierten Senat?

Am 1.02. hält das KffB einen Vortrag über den Einfluss von Mensch und Wirtschaft auf die Universität und lädt anschließend zur Diskussion ein. Wir wollen zusammen mit euch über die bestehende Situation sowie unser und euer Bild von einer Universität diskutieren.

Leistungsdruck und Belastungen im Studium (02.02.)
Schnell noch die nächste Aufgabe lösen, um die AT zu bekommen, noch eben den Text für morgen ausdrucken…aber lieber nochmal vorher bei Facebook und Studi schauen, ob mir jemand geschrieben hat? Ach, Mist: Bald hab ich doch schon…Eigentlich müsste ich doch noch…!

Das kommt euch bekannt vor? Kein Wunder- in etwa so geht es über 50% der Studierenden. Aber nicht nur Aufschieben, sondern auch eine weite, umfassende Leistungsverdichtung prägen die heutige Studienrealität. Zusätzlich noch Jobben, Freizeit, Familie? Das kann manchmal ganz schön schlauchen!

Gemeinsam mit euch möchten wir Raum schaffen um über die Studiensituation heute zu sprechen und nach den gesellschaftlichen Ursachen und Folgen von Leistungsdruck und Belastungen im Studium und an der (Hoch-)Schule fragen. Es soll auch Platz geboten werden, um ggf. über eigene Belastungserfahrungen zu sprechen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden. Denn das diese Bedingungen krank machen können und auch häufig Motivation von Studienabbrüchen darstellen, belegen längst nicht nur Einzelfälle.

Zum Workshop zum Thema ‚Leistungsdruck und Belastungen im Studium‘ mit anschließender Diskussion und veganem Imbiss lädt das KffB am 02.02.2011 ein.

Die Veranstalter_innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten und/oder rassistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören beziehungsweise bereits in der Vergangenheit durch rassistisches, antisemitisches, sexistisches, homphobes oder sonstig menschenverachtendes Verhalten in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Ergebnis der Senatswahlen

Vom 25. bis 27. Januar 2011 haben 5,2% der Studierenden der TU Dortmund ihre Vertretung für den Senat gewählt. Leider war trotz Werbekampagne des AStA die Wahlbeteiligung wieder erschreckend niedrig.

Für die Studierenden wurden Kandidat_innen folgender Listen in den Senat gewählt:
1 Sitz für Christliche Demokraten
1 Sitz für Studierende im Senat
1 Sitz für Die Grünen
1 Sitz für Jusos

Im Intranet der TU Dortmund ist das detailierte Wahlergebnis zu finden.

Senatswahlen 2011 haben begonnen

Heute haben die Senatswahlen und Fakultätsratswahlen an der TU Dortmund begonnen. Alle eingeschriebenen Studierenden können vom 25ten bis 27ten Januar ihre Vertretung für den Senat und den jeweiligen Fakultätsrat wählen. Bie den Senatswahlen hat jede_r Studierende 2 Stimmen, kann also 2 Personen wählen. Bei den Fakultätsratswahlen ist die Anzahl der Stimmen je nach Fakultät unterschiedlich, achtet hier auf euren Wahlzettel.

Zur Wahl für den Senat stehen Mitglieder der Listen:

  • Christliche Demokraten
  • Studierende im Senat
  • Die Grünen
  • Linke Liste – Für freie Bildung
  • JuSos
  • Und folgende Einzelpersonen:

  • Christian Buchholz
  • Karim Rafie
  • Rafael Pazdykiewicz
  • Wo ihr wählen könnt hängt von eurer Fakultät ab.

    Die Urne auf dem Campus Nord im Foyer des Audimax ist für folgende Fakultäten vorgesehen:

  • Mathematik (01)
  • Physik (02)
  • Chemie (03)
  • Informatik (04)
  • Statistik (05)
  • Bio- & Chemieingenieurwesen (06)
  • Maschinenbau (07)
  • Elektro- & Informationstechnik (08)
  • Wirtschafts- & Sozialwissenschaften (11)
  • Institut für Roboterforschung
  • Zentrum für Synchrotronstrahlung
  • Die Urne am Campus Nord im Foyer der EF 50 für:

  • Erziehungswissenschaft & Soziologie (12)
  • Fakultät Rehabilitationswissenschaften (13)
  • Fakultät Humanwissenschaften & Theologie (14)
  • Fakultät Kulturwissenschaften (15)
  • Fakultät Kunst- & Sportwissenschaft (16)
  • Die Urne auf dem Campus Süd im Geschossbau II im Foyer für:

  • Raumplanung (09)
  • Architektur und Bauingenieurwesen (10)
  • Weiter Informationen findet ihr im Intranet der TU Dortmund.
    Auch der AStA informiert zu den Wahlen.

    Gewalttätiger Übergriff an der FH Frankfurt – Solidarität mit den Opfern

    Wir solidarisieren uns mit den Opfern rechter Gewalt an der FH Frankfurt und verurteilen die uns berichteten Einschüchterungs- und Wahlmanipulationsversuche. Solches Verhalten und das dahinter stehende rechte Gedankengut wird von uns zu keiner Zeit toleriert werden.
    Als vom StuPa anerkannte Gruppe der Studierendenschaft der TU Dortmund ist es für uns im Alltag unerlässlich rechtem, sexistischem, antisemitischem, rassistischem und anderem menschenverachtenden Verhalten entgegenzutreten.

    Im folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung des Präsidiums des StuPa der FH Frankfurt, in welcher die Vorkommnisse, auf die wir uns beziehen, näher erläutert werden.

    Gewalttätiger Übergriff auf die Studierendenparlamentssitzung am 16. Dezember 2010

    Am vergangenen Donnerstag wurden die Mitglieder des Studierendenparlaments (StuPa) der Fachhochschule Frankfurt in ihrem Sitzungsraum von ungewöhnlich vielen Gästen in einer lauten und aggressiven Atmosphäre empfangen. Bis zum Anfang der Sitzung wuchs die Anzahl der Besucher auf schätzungsweise 50 Personen an. Darunter waren Vertreter der neu gegründeten Listen der Studierendenschaft ZOLL, ASV und WWK; einige der Anwesenden schienen nicht einmal der Hochschule anzugehören.

    Ziel der angesetzten StuPa-Sitzung war, den Ältestenrat der Studierendenschaft zu wählen, der über die Gültigkeit der zwischen dem sechsten und neunten Dezember stattgefundenen Wahlen zum Studierendenparlament der FH Frankfurt entscheidet. Mehrere Hochschulangehörige haben die Wahlen angefochten, da es dabei nach ihrer Meinung zu mehreren Unregelmäßigkeiten kam. Daher erklärten die Gewinner der angefochtenen Wahl ihre Absicht, den ordnungsgemäßen Ablauf der StuPa-Sitzung zu stören.

    Die Mitglieder des amtierenden StuPa waren Beleidigungen und provokanten Zwischenrufen ausgesetzt, die sich insbesondere gegen die anwesenden Frauen, KurdInnen und homosexuellen Menschen richteten. Ohne Erlaubnis wurden Fotos von ParlamentarierInnen gemacht, eine Unterlassungsaufforderung ließ die Situation noch mehr eskalieren. Um die Sitzung doch durchführen zu können, forderten Mitglieder des StuPa eine Fortsetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Die Mehrheit der Gäste weigerte sich den Saal zu räumen, dabei wurden die ParlamentarierInnen weiterhin beleidigt und beschimpft. Auf Nachdruck zogen einige Personen schließlich zum Ausgang. Dabei wurde im Raum Tränengas versprüht. Ein Mitglied des StuPa erlitt daraufhin einen Asthmaanfall und musste medizinisch versorgt werden. Auch weitere TeilnehmerInnen der Versammlung klagten über Atemnot, Hustenreiz und tränende Augen. Als die Angehörigen des StuPa den Sitzungsraum zum Lüften verließen, wurden die verbalen Übergriffe der Besucher fortgesetzt, es fielen mehrere Drohungen und Einschüchterungsparolen. Mehrere Mitglieder der neu gegründeten Listen haben währenddessen die gelungene Sitzungsstörung mit Sekt gefeiert.

    Angesichts der bedrohlichen Situation sah sich das StuPa-Präsidium gezwungen die Sitzung vorzeitig zu beenden.

    Das Präsidium des Studierendenparlaments verurteilt diese gewaltsamen Übergriffe auf die Grundsätze der parlamentarischen Demokratie aufs Schärfste!
    So kann Demokratie nicht funktionieren. Diese Missstände bedürfen erhöhter Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, um undemokratischen Tendenzen keinen Raum zu geben.

    Die Uni ein exklusiver Ort? Nein! Hier doch nicht.

    Lud die Technische Universität am Donnerstag, 16.12.2010 zu ihrer jährlichen akademischen Jahresfeier ein, so verstanden sich kritische Studierende verschiedener Ruhrgebietshochschulen und deren Freund_innen eingeladen an Speis und Trank und den Feierlichkeiten der Hochschule teilzuhaben.

    Immerhin gab es einiges zu feiern: Sogar die Neuauflage von PISA zeigt einmal mehr, wie sehr die Teilhabe an Bildung in der BRD von der sozialen Herkunft und ökonomischen Ausstattung des Elternhauses abhängt und so soziale Ungleichheiten zementiert. Es werden jene soziale Ungleichheiten an den Hochschulen als Institution des Bildungswesens, die die höchsten formalen Qualifikationen bereitstellt, weiter verstärkt. Prozesse der Exklusivität zeigen sich bis zur Entscheidung zur Erstellung einer Promotion deutlich. Hiermit soll nicht der Eindruck entstehen, dass bloß die Universität das Problem ist. Bereits in der Schule werden soziale Ungleichheiten nicht abgemildert, sondern zum Zwecke der ‚Funktionalität‘ verstärkt.

    Aber auch die Universität hat einiges zu feiern, gehen wir auf soziale und ökonomische Aspekte im Leben der Hochschule ein. So machte Rektorin Gather den Weg frei für eine garantierte Verschlechterung der Lehre. 10% weniger Etat für alle Fakultäten als Folge der Überschuldung des Haushalts. Das lässt so manche Fakultät an ihre Grenze kommen, Lehrstühle und Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter_innen drohen so nicht (wieder) besetzt zu werden. Diese sind ohnehin oft an unzumutbare befristete Arbeitsverhältnisse gebunden, die jegliche Planungssicherheit von vornherein erodieren lässt.
    Gleichzeitig, so ist bereits seit längerem bekannt, liegen Mittel aus den Studiengebühren in großen Töpfen in den einzelnen Fakultäten bereit. Die Erhebung von Studiengebühren – so illegitim sie bereits als solche sind – sind auch angesichts ihrer Höhe und dem realen Bedarf vollkommen unnötig.

    Aber gibt es noch was? Ja klar. Die Universität geht nun Hand in Hand mit dem CHE und darf sich in Zukunft bereits als eine von vielen Hochschulen bundesweit als Ort der Vielfalt bezeichnen. Partizipation der studentischen Gremien und Arbeitsgruppen? Fehlanzeige. Partizipation der Universitätseinrichtungen als solche dagegen, gerne. Wie kann man das auch bloß anzweifeln: Die Universität ist doch ein Unternehmen, oder? Universitas als Ort gemeinsam voneinander Lernender erscheint so tot wie Humboldt selbst.

    Ohnehin ist nicht viel davon zu halten, weil dieses Projekt die Lebenswelten der an ihr tätigen Menschen nicht berücksichtigt. Vielfalt: Gerne, aber als (ziemlich einfach zu entlarvende) Strategie der Gouvernementalität? Nein, Danke!
    Da mensch aber vor dem Stumpfsinn nicht kapitulieren sollte, wird es umso nötiger, dass kritische und sich emanzipativ verstehende Studierende sich mit all ihrer Kritik, ihren Utopien und in Selbstorganisation in alle Bereiche der Hochschule einmischen.