Archiv für Januar 2010

die uni gehört allen – auf zur bundesweiten Demo!

Letztes Jahr, war ein großes Protestjahr, es gab zahlreiche Demonstrationen, der Bildungsstreik hat weiter an Schwung gewonnen und überall wurden Hochschulen und Schulen besetzt. Letzteres hat teilweise unangenehme Konsequenzen.
So werden die Besetzer*innen und somit ein Großteil der Studierenden – die Besetzung wurde auf einer Studierendenvollversammlung einstimmig unterstützt – der TU Dortmund weiterhin von der Rektorin kriminalisiert. Sie weigert sich bis heute die Anzeigen zurückzuziehen.

Doch kritische Zustände nach den Besetzungen gibt es nicht nur in Dortmund. So wurde in Frankfurt, dem Ort der Demonstration, das von den Studierenden besetzte Gebäude brutalst von der Polizei geräumt. Einige Besetzer*innen mussten in Folge von Polizeigewalt durch Rettungssanitäter versorgt werden. Auch dort erhält die Hochschulleitung die Anzeigen aufrecht.

Wir demonstrieren gegen die autoritäre Hochschule und für eine radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!

Für die Demonstration am Samstag lässt die Polizei nichts Gutes verlauten. In einer Pressemitteilung des Protest-Plenums der Uni Frankfurt heißt es: Die Stimmungsmache der Frankfurter Polizei und die Warnung vor „gewalttätigen Auseinandersetzungen“ nehmen die Organisatoren der Demo „als Drohung der Polizei sehr ernst“: „Wenn die Behörde von Achim Thiel jetzt schon die Eskalation sucht, dann ist zu vermuten, dass es zu erneuten Übergriffen der Polizei kommen wird“, so Niemeier.

Die Fahrtkosten zur Demo übernimmt der AStA der TU Dortmund. Vergesst eure Pennsachen nicht.

Anfahrt aus Dortmund
Am Freitag dem 29.01.2010
Dortmund Hbf – ab 13:13 – Gleis 7 – S1
Dortmund Universität – ab 13:20 – Gleis 1 – S1
Bochum Hbf – ab 13:47 – Gleis 5 – ABR37818

Am Samstag dem 30.01.2010
Ab Bochum Hbf – Treffen um 9:15 Uhr

Endlich Informationen zur Senatswahl an der TU Dortmund

Nach dem die freien Studierenden am 26.11. eine Pressemitteilung veröffentlichten in denen sie kritisieren, dass die TU Dortmund die Senatswahlen nicht ausreichend bewirbt, hat die TU nun endlich (seit 27.01.2010 09:39) Informationen zu den Wahlen auf ihrer Internetseite geschaltet:

Vom 26. bis 28. Januar finden an der TU Dortmund die Gremienwahlen 2010 statt.

Die Wahllokale befinden sich auf dem Campus Nord im Foyer Audimax und in der Emil-Figge-Str. 50 im Foyer vor den Hörsälen 1-3 . Auf dem Campus Süd wird im Geschossbau II gewählt.

Im Foyer des Audimax wählen

für die Fakultäten Mathematik (01), Physik (02), Chemie (03), Informatik (04), Statistik (05), Bio- u. Chemieingenieurwesen (06), Maschinenbau (07), Elektro- und Informationstechnik (08), Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (11), sowie das Institut für Roboterforschung, das Zentrum für Synchrotronstrahlung, das Institut für Umweltforschung, die Universitätsbibliothek und die Zentralverwaltung, soweit sie sich auf dem Campus Nord befinden/befindet.

In der Emil-Figge-Straße 50 vor den Hörsälen 1-3 wählen

für die Fakultäten 12 bis 16, das Hochschuldidaktisches Zentrum, das ITMC, das Zentrum für Lehrerbildung, das Zentrum für Weiterbildung, das Sprachenzentrum, die Sozialforschungsstelle und die Zentralverwaltung soweit sie sich auf dem Campus Nord befinden/befindet.

Im Wahllokal GB II Campus Süd wählen

für die Fakultäten, Maschinenbau (07), Raumplanung (09), Architektur und Bauingenieurwesen (10), das ITMC und die Zentralverwaltung, soweit sie sich auf dem Campus Süd befinden/befindet.

Mehr Info auf: http://www.tu-dortmund.de/uni/Uni/aktuelles/meldungen/2010-01/10-01-27_Gremienwahlen/index.html

Uniball wichtiger als Senatswahl der TU Dortmund

Seit heute wird an der TU Dortmund wieder gewählt. Nur niemand weiß etwas davon. Kein wunder, denn die Uni macht sich auch nicht die geringste Mühe auf die Senatswahlen hinzuweisen. Zu diesem Thema haben die freien Studierenden des Campus Dortmund passend eine Pressemitteilung formuliert.

Pressemitteilung der freien Studierenden zur Senatswahl
Wie jedes Jahr finden auch diesen Winter wieder die Wahlen der Vertreterinnen und Vertreter des Senats der TU Dortmund statt. Allerdings scheint die TU dieses Jahr versäumt zu haben diese Wahl anzukündigen, weder auf ihrer Internetseite noch in ihrem Email-Verteiler gibt es einen Hinweis darauf. (Stand 26.01.2010, 22:30) Selbst auf Nachfrage Studierender bei der verantwortlichen Stelle in der Verwaltung der Hochschule bekamen sie keine klare Auskunft darüber, wo sie wählen können. Bis jetzt konnten die freien Studierenden Wahlurnen im Foyer des Audimax und des Gebäudes Emil-Figge-Str. 50 ausmachen, die Wahlen finden vom 26.01. bis 28.01. statt. Die Werbung für den Ende dieser Woche stattfindenden Uni Ball ist hingegen am Campus der TU Dortmund schon seit Wochen stark präsent.

„Es ist mir ein Rätsel, warum es der Uni-Verwaltung offensichtlich wichtiger ist den Uniball zu bewerben anstatt die Senatswahl, die eine Mitbestimmungsmöglichkeit an unserer Hochschule darstellen sollte.“ empört sich Daniel E., Spitzenkandidat der freien Studierenden.

The Show must go on: Regelmäßiges Treffen der freien Studierenden

Ab dieser Woche treffen sich die freien Studierenden jeden Dienstag um 18 Uhr im AStA der TU Dortmund zu einem Organisationsplenum.
Neben diesem Plenum gibt es ein Arbeitsplenum, das jede Woche um 18 Uhr an einem anderen Tag stattfindet. Dieses Plenum rotiert über die Tage Mittwoch, Donnerstag, Montag.
Diese Woche findet das Arbeitsplenum am Mittwoch um 18 Uhr statt.

Mehr Info: www.protest-dortmund.de

Die Uni gehört Allen – bundesweite Demo in Frankfurt a.M.

Der Protest hat die Weihnachtszeit überstanden und nicht nur in Dortmund geht es langsam wieder los. Denn am 30.01. wird es in Frankfurt am Main eine bundesweite Demonstration für freie Bildung und gegen die autoritäre Hochschule geben. Diese Aktion ist in direktem Zusammenhang mit den Räumungen der Besetzungen an den verschiedenen Hochschulen zu sehen.

Die Demonstration startet um 14 Uhr am Campus Bockenheim.

Der Aufruf:
Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht.

Die Frankfurter Stiftungsuniversität kann hierfür als eine der Pioniere gelten. Studierende besetzten dort Ende November eines der Gebäude der Goethe-Uni?, das regelmäßig an Konzerne vermietet wird. Sie wollten dort Raum und Zeit für eine kritische Auseinandersetzung schaffen. Am 02.12.2009 wurde dieser studentische Protest gewaltsam durch die Polizei beendet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand an der Frankfurter Universität: Kritischen Studierenden drohen die Zwangsexmatrikulation und Strafverfahren, immer wieder patrouilliert Polizei auf dem Campus und der Universitätsbetrieb wurde mehrfach durch Aussperrungen lahm gelegt.

Auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu sozialen Konflikten. Arbeiter_innen, Azubis, Schüler_innen, Studierende, von Abschiebung Bedrohte, Erwerbslose und andere gehen auf die Straße. Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsame Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.

Statt den kürzenden, ausschließenden, überwachenden Staat um Hilfe anzurufen, müssen wir gemeinsam auf die Straße gehen und dafür kämpfen, dass die Schule unsere Schule, die Uni die Uni aller, die gesellschaftliche Produktion nach den Bedürfnissen aller – das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!