Hörsaal geräumt, Rektorin begeht Wortbruch, der AStA steht stumm daneben

Gestern Abend wurde gegen 19 Uhr der Hörsaal von der Rektorin geräumt. Hierbei war auch der AStA anwesend und distanzierte sich deutlich von der Besetzung (laut einem anwesendem AStA-Referenten). Dies war mitunter ein Grund für die Räumung, laut Rektorin Gather.

Das, obwohl die Besetzung durch die Studierendenvollversammlung, das höchste Organ der Studierendenschaft, legitimiert wurde. Der AStA bestreitet, das er sich distanziert habe. Der AStA hat auch eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er eine klare Position bezieht. In dieser solidarisiert er sich mit den BesetzerInnen.

Ca. 30 BesetzerInnen haben sich raus tragen lassen, deutlich mehr waren vorher gegangen, da die Räumung drohte. Zuvor war der Hörsaal überfüllt.

Die Verantwortung für eine Behinderung der regulären Veranstaltungen im HS3 liegen einzig und allein bei Rektorin Gather. Sie hatte den BesetzerInnen bestätigt, es seien Ausweichmöglichkeiten für diese Veranstaltungen vorhanden. Dies war auch der einzige Grund, warum die Besetzung von HS1 in HS3 zog: Die BesetzerInnen wollten ihre KommilitonInnen nicht schädigen.

Ein Polizeieinsatz auf dem Gelände der Universität, welches ein Hoheitsgebiet des Wissens und nicht der Repression darstellt, ist nicht im geringsten zu tolerieren.

Das bisherige Vorgehen von Rektorin Gather, das sowohl Täuschung, Hetze und Spaltungsversuche beinhaltete, zeigt, dass sie auf ganzer Linie versagt hat. Denn der Protest wird weitergehen. Und jetzt sind die Fronten klar definiert.

Das KffB solidarisiert sich mit den geräumten und nicht geräumten BesetzerInnen des Campus Dortmund!

Heute ist nicht aller Tage,

wir kommen wieder!

Keine Frage!

Alle Info wie es weitergeht: www.protest-dortmund.de

Presse:

  • Do1 TV
  • Pflichtlektüre online
  • Ruhr Nachrichten 1
  • Ruhr Nachrichten 2
  • Westfälische Rundschau
  • Die Presseerklärung der BesetzerInnen zur Räumung:
    Mit Bedauern und Unverständnis nehmen wir, die BesetzerInnen der Dortmunder Hochschulen, die Entscheidung des Rektorats der TU Dortmund zur Kenntnis, unseren weitere Aufenthalt im Hörsaal 3, für den uns mehrfach mündlich eine Duldung zugesichert wurde, für illegal zu erklären.

    Wir wurden am Sonntagabend zum wiederholten Male von einem Besuch des Pressesprechers überrascht, der uns drängte, den Hörsaal bis spätestens Montag 8 Uhr früh zu räumen, da nach seiner Ansicht die Verhandlungen zwischen Rektorat und BesetzerInnen bereits am Freitag gescheitert seien. Zu diesem Zeitpunkt war uns ein weiteres Mal die Duldung des Aufenthalts im Hörsaal 3 angeboten worden, auf dieses Angebot konnten wir aufgrund der Entscheidungsfindung in der großen Gruppe jedoch nicht innerhalb weniger Minuten eingehen. Am Samstagnachmittag entschlossen wir uns, in den angebotenen Hörsaal zu wechseln. Dies geschah in der Absicht unsere KommilitonInnen nicht weiter zu schädigen, indem wir den Ausfall wichtiger Vorlesungen in Kauf nahmen. Zudem war uns zugesichert worden, dass für alle im Hörsaal 3 stattfindenden Veranstaltungen Ausweichräumlichkeiten gefunden wurden. Gegenüber dem Rektorat haben wir am Samstag in einem offenen Brief von uns gemachte Fehler eingestanden und dem Rektorat eine weitere Kooperation angeboten, worauf uns keinerlei Reaktion von Seiten des Rektorats erreichte.
    Ein solcher Wortbruch der Rektorin, insbesondere das Angebot von Verhandlungen ohne solche zu ermöglichen, ist für uns inakzeptabel.

    Nach kontroverser Diskussion haben wir uns dazu entschieden, der Forderung nach freiwilliger Räumung des Saals nicht nachzukommen und somit unseren Forderungen weiteren Nachdruck zu verleihen. Ein weiteres Angebot, einen anderen Hörsaal lediglich am Freitagabend zur Verfügung gestellt zu kommen, welches uns am Montagmittag durch einen weiteren überraschenden Besuch des Pressesprechers erreichte, können wir nicht ernst nehmen, da wir für unseren Protest und insbesondere für die Beteiligung der anderen Studierenden und DozentInnen daran eine dauerhafte und für jeden offene Anlaufstelle benötigen. Weiterhin befinden sich am Freitagabend nur wenige Studierende an der Universität, sodass von uns an einem solchen Ort aufgestellten Forderungen nicht die Meinung der breiten Masse repräsentieren können.
    Die am Montagabend um 19 Uhr erfolgte Räumung des Hörsaals durch Ordnungskräfte der Polizei weckt bei uns Unverständnis und Bestürzung. Sie reiht sich ein in eine Serie von inkonsequenten Handlungen des Rektorats, begonnen mit halbherzigen Zugeständnissen der Rektorin in den vergangenen Wochen bis hin zu einer offenbar nicht vorhandenen Verhandlungsbereitschaft trotz mehrerer konkreter Angebote.

    In den folgenden Tagen werden wir trotz der Räumung des Hörsaals unseren Protest aufrechterhalten und weiterhin auf die eklatanten Missstände im Bildungsbereich und insbesondere an den Hochschulen hinweisen. Wir sind weiterhin der Meinung, dass unser Protest keine Legitimierung von Seiten des Rektorats oder der Politik benötigt, sondern seine Legitimation einzig und allein aus der gesellschaftlichen Relevanz unserer Inhalte bezieht.