Rektorin verweigert Dialog, Besetzung besteht fort

Heute wurden die BesetzerInnen von der Rektorin aufgefordert den Hörsaal bis Montag morgen 8 Uhr zu räumen. Ein weiterer Dialog wurde ihrerseits bisher verweigert.

Vorher wurde Rektorin Gather folgender offen Brief zugesandt.

Sehr geehrte Frau Gather,

wir als BesetzerInnen denken, es ist an der Zeit, nach den Ereignissen der letzten Tage einige Dinge klar zu stellen:

Wir sind eine heterogene Gruppe, die in ihrer zugegeben unorganisierten Gründungsphase durchaus zu Konflikten und schmerzhaften Diskussionen über das eigene Selbstverständnis und der eigenen Handlungsoptionen kam. Dabei haben wir in unseren Diskussionen gestern und heute, aber auch nach vielen solidarischen Gesprächen mit KommilitonInnen und DozentInnen, entschieden, in Hörsaal 3 umzuziehen.

Der Hauptgrund war, dass es dort nach Aussage Ihrer DezernentInnen kein Problem ist, Ausweichmöglichkeiten für die Lehrveranstaltungen zu finden. So schädigt unsere Besetzung nicht mehr unsere KommilitonInnen. Des weiteren erhofften wir uns länger in diesem Hörsaal ein Forum für mehr Beteiligung aufbauen zu können, um auch sichtbar und offen für alle zu sein.

Durch unseren Protest brachten wir den Wunsch zur freien Gedankenentfaltung zum Ausdruck. DozentInnen wurden aufgefordert, sich konstruktiv zu engagieren, um unser Meinungsbild zu erweitern. Dies sollte auch in Ihrem Interesse liegen.

Daneben ist dieser Veränderungsprozess, in dem wir uns gerade mit diesem Protest befinden, sehr Kraft raubend und wir erhoffen uns von Ihnen Solidarität und keinen Repressionsdruck. Außerdem erwarten wir von Ihnen und der Hochschulleitung, dass Sie zum Einen die Ausweichmöglichkeiten organisieren und zum Anderen Ihren Gestaltungsspielraum nutzen, um die teilweise schlechten Studienbedingungen an dieser Uni zu verändern und nicht nur mit dem Finger auf andere EntscheidungsträgerInnen zu verweisen.

Von dem Verhalten, das wir von Ihnen in den letzten Tagen erfuhren, sind wir doch etwas enttäuscht. So hatten wir Sie auf der SVV so verstanden, dass Sie versuchen würden für Ausweichmöglichkeiten für die Lehrveranstaltungen im Hörsaal 1 zu sorgen, wovon selbst die Dozenten in den nächsten Tagen nichts wussten. Außerdem wurde uns nicht mitgeteilt, dass ein Ultimatum für den Wechsel in Hörsaal 3 bis Freitagabend bestand, uns war nur die Notwendigkeit bewusst den Raum bis Montag frei zu machen.

Wir als BesetzerInnen wollen uns weiterhin kraftvoll für Veränderungen einsetzen und hoffen diesen Weg mit Ihnen gemeinsam gehen zu können.

Mit hoffnungsvollen und solidarischen Grüßen

Ihre BesetzerInnen