Studierendenproteste in Dortmund nehmen zu

Studierende suchen Dialog mit Rektorat
Solidarität mit HörsaalbesetzerInnen wächst

Die Besetzung des Hörsaals 1 an der Emil-Figge-Str. 50 der TU Dortmund hält weiterhin an. In der Zwischenzeit dürfen sich die HörsaalbesetzerInnen einer wachsenden Solidarität unter Studierenden und Lehrenden erfreuen. Die Solidaritätslisten sind zu diesem Zeitpunkt bereits mit über 1300 Unterstützerunterschriften gefüllt, der Zustrom an diskussionswilligen Studierenden in den besetzten Hörsaal bleibt kontinuierlich. Lehrende haben mittlerweile nicht nur ihre Unterstützung für den friedlichen und kommunikativen Protest geäußert, sondern haben bereits erste zum Thema passende Kurzvorträge samt Diskussion ermöglicht.

Am Vortag hatten schon über 1000 Studierende im überfülltem Audimax der TU Dortmund an der Studierendenvollversammlung (SVV) teilgenommen und das Gespräch mit dem Rektorat gesucht. Die Diskussion mit Rektorin Ursula Gather und Prorektor Walter Grünzweig verlief inhaltlich hart aber konstruktiv, wenngleich neben der erklärten Gesprächsbereitschaft der Unileitung konkrete Ergebnisse ausblieben. Mängel bei der Umsetzung der Bologna-Reformen, der Hochschulfinanzierung und der Qualität der Lehre wurden allerdings eingeräumt. Im Rahmen der SVV sprach sich die Studierendenschaft für die Hörsaalbesetzung aus.

Die HörsaalbesetzerInnen wie auch ihre SympathisantInnen bleiben weiterhin bei ihren inhaltlichen Forderungen, unter anderem:

  • Abschaffung der Studiengebühren
  • Mehr Demokratie im Bildungssystem
  • Mehr Transparenz und Mitwirkung der Studierenden in hochschulpolitischen Fragen an den Universitäten (z.B. mehr Stimmen für Studierende in Entscheidungsgremien)
  • Verbesserung der Lehre durch mehr qualifiziertes Lehrpersonal und mehr Lehrveranstaltungen
  • Reform der aktuellen B.A./M.A.-Studiengänge zur Minderung des Leistungsdrucks, Entschulung des Studiums und zur Ermöglichung – eigener inhaltlicher Studienschwerpunkte
  • Bessere Bildungsbedingungen auch für Schüler und Auszubildende
  • Ein erneuter Vorschlag des Rektorats zum Umzug in einen anderen Hörsaal wurde durch Abstimmung im besetzten Hörsaal 1 einstimmig abgelehnt. Die Kapazitäten im Alternativhörsaal hätten ohnehin nicht ausgereicht. Rektorin Gather hatte im Rahmen der SVV zugesichert, eine Nutzung des besetzten Hörsaals für den Rest der Woche zu ermöglichen. Zu einer von ihr angeregten kurzzeitigen Diskussion der Lage ist sie zunächst leider nicht erschienen. Schaute aber gegen Abend noch einmal kurz vorbei. Um mit Frau Gather zu diskutieren wurde das Abendplenum extra von den BesetzerInnen auf den späten Abend verschoben.

    Mehr Infos unter www.protest-dortmund.de und www.kffb-dortmund.de und über Twitter: www.twitter.com/streiktudo